Sollte man Junioren das Prompten verbieten?

Vor drei Jahren haben wir fünf Tipps an Junior Softwareentwickler gegeben. Mit dem Einzug von KI verändert sich die Welt ein wenig. Hierzu hat Moritz Otto auf Linkedin folgende Frage gestellt.

Vor drei Jahren habe ich einen Blogpost mit fünf Tipps an Juniorentwickler geschrieben. Einer davon war: Lernt tippen.

Heute, im Zeitalter von Vibe Coding und KI, bekommt dieser Satz eine neue Bedeutung. Noch nie war es so einfach, funktionierenden Code zu produzieren. Ein gutes Prompt und die Lösung steht da. Schnell. Sauber. Beeindruckend.

Aber was lernen wir dabei eigentlich noch? Produzieren wir Code oder verstehen wir ihn? Entwickeln wir ein Gefühl für Zusammenhänge, für Seiteneffekte, für Architektur? Oder optimieren wir nur die Geschwindigkeit?

In Zeiten von Vibe Coding werden zwei Dinge entscheidend: verstehen und anpassen. Verstehen, warum etwas funktioniert. Anpassen, ohne dass beim kleinsten Eingriff alles auseinanderfällt.

Wenn ich einem Junior eine fachliche Frage stelle und im Kern die gleiche Antwort bekomme wie von ChatGPT, entsteht eine unbequeme Realität: Die KI ist schneller. Immer verfügbar. Und oft präzise genug. KI ist nicht das Problem. Aber wenn der eigene Mehrwert nur noch darin besteht, KI-Antworten weiterzugeben, wird man austauschbar.

Vielleicht ist die Juniorkrise deshalb keine Marktkrise, sondern eine Lernkrise.

Und vielleicht müssen wir uns fragen: Sollten wir Junioren das Prompten verbieten, bis sie ihr Handwerk wirklich gelernt haben?

Natürlich sollte man niemandem etwas verbieten.
Aber das Handwerk der Softwareentwicklung bleibt auch in Zeiten von KI und Vibe Coding die Grundlage.

Das ist wie mit einem Taschenrechner:
Wer nie Kopfrechnen gelernt hat, bekommt zwar Ergebnisse, aber kein Gefühl dafür, ob sie überhaupt stimmen.

Genau das zeigt sich gerade immer häufiger.

Wer versteht, was Code macht, kann Änderungen vornehmen, Fehler erkennen und Systeme sauber weiterentwickeln.
Wer das nicht kann, ist bei jeder kleinen Anpassung wieder auf ein Tool angewiesen.

Deshalb ist die Biga Empfehlung „lernt tippen“ nach wie vor relevant.
Heute bedeutet das vor allem: selbst denken können, bevor Tools übernehmen.

BIGA SOFTWARE
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